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Durch Bärenland


"Auf den Bauch legen, die Hände in den Nacken legen und tot stellen", steht in der Informationsbroschüre genau beschrieben "Wie man sich in Bären-Gebieten" verhalten sollte. "Schade, dass wir keinem Bären begegnet", sagt sie beim Abstieg nach Andalo, "zumindest aus der Ferne, das wäre schon nochmals etwas Besonderes gewesen."


Der Naturpark Adomella Brenta bietet dank seiner ökologischen Vielfalt über einen außergewöhnlichen Tierreichtum. Alle charakteristischen Arten der Alpen sollen hier vorkommen, schreibt die Naturpark-Verwaltung auf ihrer Webseite, darunter auch der Braunbär, der hier vom Aussterben bedroht war und sich dank eines Wiederansiedlungsprojektes namens "Life Ursus" wieder ausbreiten konnte. Das war 1999 als drei Männchen und sieben Weibchen aus Slowenien hier ausgewildert wurden. 1998 lebten in der Brentagruppe nur noch drei Individuen, schreibt die Südtiroler Landesverwaltung und eine Machbarkeitsstudie für eine erfolgreiche Wiederansiedelung sah für das Trentino 50 Bären vor. Heute leben im Trentino rund 100 Individuen.


Der Braunbär, inzwischen zum Symbol des Parkes geworden, spaltet die Gemüter in der Bevölkerung, nicht nur im Trentino, auch in Südtirol und in Tirol. Als Wanderer hingegen können wir Braunbär, Wolf und Luchs, den Wildtier "neutral" begegnen, zu Gesicht bekommen wir keinen von den dreien. Vielleicht liegt es an der Tageszeit oder der ausgewählten Route, in den großen Wäldern können Wildtiere noch ausstellen. Der Naturpark Adomella Breta ist 620,50 km2 groß, erstreckt sich zwischen 477 und 3558 Höhenmeter - Wiesen, Moore, Wälder, unzugängliche Klippen, Felsen. Die Größe eines Reviers eines einzelnen Braunbären hänge von seinem Nahrungsangebot ab und kann sich leicht über 100 Quadratkilometer erstrecken, schreibt die Tierschutzorganistion WWF. In kargen Regionen können das sogar bis zu 1.000 Quadratkilometer sein.


Zeichnung Trittsiegel eines Braunbären.

by Igor Piculin


Ob wir so cool reagiert hätten, wenn ein Bär auf uns zugelaufen wäre? "Auf den Bauch legen, Hände in den Nacken..." Großen Wildtieren sind wir auf unseren Wanderungen (noch) nicht begegnet, weder in der Brenta noch in der Sächsischen Schweiz. Bärenspuren konnten wir auch keine entdecken, die Buchenwälder im Deutsch-Tschechischen Grenzgebiet der Sächsischen Schweiz wirkten auf uns erstaunlich leer. So bleibt zumindest dieses Erlebnis vorerst offen.

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