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Flechten schützen Bäume und Menschen




Flechten (Lichen) sind eine Symbiose aus einem oder mehreren Pilzen (Mykobionten) und Algenpflanzen (Photobionten), dazu habe ich in diesem Blog schon geschrieben, die sich gegenseitig versorgen und somit gleichermaßen voneinander profitieren.

Sie werden den Pilzen (Fungi) zugerechnet und gelten als eigene Lebensform, weshalb sie keine Pflanzen sind. Lichenologie wird die Wissenschaft von den Flechten genannt, die Flechtenkunde.


Volksheilkunde. Der Gebrauch der Flechten in der Heilkunde ist schon sehr alt, aber erst die Kräuterkundigen im 16. Jahrhundert fingen an die Lichenen für Heilzwecke in Betracht zu ziehen und ihre Bestandteile zu erforschen. Sehr alt ist der Gebrauch der Flechten in China. Eine Monographie über offizinale chinesische Flechten nennt 71 Arten die dort mit anderen Heilpflanzen gemischt verordnet werden, wie Armelia saxatilis, Alectoria asiatica, Stereocaulon paschale, Usnea lon- gissima, U. diffracta u. a




Isländisch Moos ist hierzulande bekannt, Cetraria isl. hat sich bei bestimmten Formen der Lunentuberkulose, bei Keuchhusten, chronischer Bronchitis und Verschleimung bewährt, bei anämischen Zuständen, bei Appetitmangel und Abmagerung. Günstige Wirkungen sah man auch bei chronischer Diarrhoe, also Durchfall.


Isländisch Moos Tee :

1 Esslöffel gesäubertes, frisches oder getrocknetes, fein zerkleinertes Isländisches Moos in einem Kochtopf mit 250 ml kaltem Wasser übergießen und zum Köche bringen. 10 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Abseihen und schluckweise Trinken.


Natürliches Antibiotikum. Da in vielen Pilzen antibiotisch wirkende Stoffe gefunden worden sind, suchte man auch bei den Flechten danach. Man schätzt, dass über die Hälfte aller Flechten antibioisch wirkt. "Die Ära der Antibiotikaforschung nach dem Zweiten Weltkrieg ergab auch bei der Untersuchung der Flechten beachtliche Resultate, wobei entweder Ex trakte oder isolierte Flechtensäuren überprüft wurden." (Aus: Schindler, Flechten in der Medizin)


Auch Usnea, die Bartflechte (die wegen ihrer bartförmigen Gestalt diesen Namen bekam) , gehörte schon frühzeitig zum Heilschatz der alten Ärzte unter dem Namen „Muscus arborum“.


Früher glaubte man aus der Farbe und der Form der Organismen auf ihre therapeutische Anwendung schließen zu können, die Signaturenlehre ist bis heute in Anwendung) Man verwendete Usnea bei mangelndem Haarwuchs. Dazu gibt es auch Berichte von den Xingü-Indianern aus Brasilien.


Die meisten Flechten stehen allerdings unter Naturschutz, daher sind Wildsammlungen nicht erlaubt, in Apotheken und Online-Kräutereien können diese jedoch bezogen werden.


Warum hat die Schulmedizin die Flechten bisher nicht als großes Heilresservoit erkannt? Die Flechten haben ein sehr langsames Wachstum, sie können auch nicht kultiviert werden im Gegensatz zu den Pilzen. Wie alle Organismen haben auch die Flechten eine hohe Bedeutung im Haushalt der Natur.


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