• kathreinjane

Warum Draußenzeit manchmal organisiert werden muss


Da schauen sie, acht fragende Augen und lassen ihre Gedanken in Worte fließen. "Sind wir nicht mehr?" "Wir sind viele", reagiere ich strahlend, jeder einzelne ist es wert da zu sein. Von den ursprünglich sieben Familien, stehen heute zwei hier am Platz. Von meinen Gedanken erzähle ich nichts, später werden sie wie von selber in der Gruppe zum Thema: Diese Absagekultur, die sich zuletzt überall eingeschlichen hat, ist einerseits verständlich, aus meiner Perspektive nervt es.


Den Kindern ist das egal, sie sind da, ganz im Moment, in ihrer Welt, die manchmal so ganz andere Töne hat als die unsere. Bereit für die WALDZEIT. Behängt mit Rucksack, in warme Jacken gepackt, Mama ist auch da :-) WALDZEIT tut gut, immer, die beiden haben schon Erfahrung. Letztens fragt mich eine ältere Frau auf der Straße in Telfes, was ich da mache? Wir, eine Gruppe von Jungs und ich, waren auf dem Rückweg aus dem Wald, um zum Höhepunkt des Kindergeburtstages zu Hause einzutreffen. Waldzeit! Das Echo: "Früher waren wir mit den Kindern selber unterwegs oder sie streunten alleine durch den Wald, heute braucht es dafür eine Wildnispädagogin." Manche Eltern engagieren mich zum Waldhüttenbauen, Staudammschlichten, durch den Wald streifen, auch weil sie diesen Part gerne einmal abgeben wollen.



Schon mal mit Kohle gezeichnet? Foto: kraeuterfreu/JaneKathrein


Wie können wir Kinder, die dem Wald fern sind, diese Welt öffnen? Eigentlich bräuchten wir darüber gar nicht zu diskutieren, wenn das früher noch wäre. Damals wohnten natürlich auch nicht alle Menschen nah am Wald, es gab schon immer Stadtkinder und dort gab es auch Steinmauern. Ein Mann, der mich einige Jahre begleitete, erzählte mir viel aus dieser Zeit als er loszog und sich selber an der Straßenmauer das Klettern beibrachte. Heute ist er einer der guten Alpinkletterer! Not macht erfinderisch.



Natürlich wird der Wildbeobachtungsposten sofort ausgekundschaftet.

Foto: kraeuterfreu/JaneKathrein


Was heute am Programm steht, geht so nicht in den Fluss, aber anders, das spüre ich schnell. Jeder Teilnehmer ist Teil der Dynamik. Flexibilität in der Programmdurchführung verlangt nach Erfahrung, dafür braucht es auch innerlichen Abstand, deswegen werden wir Wildnis- und Naturpädagogen engagiert. Wir zaubern nicht, wir erfinden nichts, wir fassen zusammen, holen alte Spiele wieder hervor, öffnen Knoten und formen neue Kreise. "Mir wäre die Arbeit mit den Kindern viel zu anstrengend, liebe Jane", sagt ein Wanderführerkollege vor ein paar Tagen zu mir. "Liebe Jane, es war ein total feiner Nachmittag gestern, wir freuen uns schon aufs nächste Mal", schreibt mir eine der Mamas heute Morgen, kurz vorher hatte sich ein Zweifel an die Oberfläche geschoben. Ja, manchmal will auch ich die großen Dinge anstoßen und übersehe dabei die kleinen, die leisen, die jetzt schon funkeln, da sind.



Heute haben die Jungs erstmals Berberitzen verkostet und Gefallen an dem Sauren gefunden. Foto: kraeuterfreu/JaneKathrein


Wie aus Waldzeit eine gute Zeit wird? Ein paar Ideen bereitzuhaben, einen Ablauf festlegen, das hilft später dabei mit dem Fluss gehen zu können. Mehr dazu schreibe ich hier demnächst.



Deine Aufgabe für die nächste Waldzeit:

- finde etwas...

  • Nasses

  • Großes

  • Leichtes

  • Schweres

  • Weißes

.... und genieß den Tag!

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