top of page

Vom "Griaß di" bis Drohnenflug - Knigge für Wanderer 1

DER KUHSTALL ist das größte Felsentor im Nationalpark Sächsische Schweiz und ein viel besuchter Spot, benutzte Taschentücher am Wegesrand sind stumme Zeugen davon. Wenn man zur richtigen Jahreszeit unterwegs ist, kann es hier aber auch einsam sein. Hochsaison oder nicht, das Personal an den Fähren und Jausenstationen blüht bei einem freundlichen "Hallo" auf.  Foto: Jane Kathrein
DER KUHSTALL ist das größte Felsentor im Nationalpark Sächsische Schweiz und ein viel besuchter Spot, benutzte Taschentücher am Wegesrand sind stumme Zeugen davon. Wenn man zur richtigen Jahreszeit unterwegs ist, kann es hier aber auch einsam sein. Hochsaison oder nicht, das Personal an den Fähren und Jausenstationen blüht bei einem freundlichen "Hallo" auf. Foto: Jane Kathrein

DIE BERGE sind kein Freizeitpark sondern Wohnzimmer für Murmeltiere, Kühe und seltene Pflanzenarten. Damit dein Wandertag für alle entspannt bleibt (inklusive dir selbst), gibt’s hier die wichtigsten Benimmregeln für den Berg – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.



A. Begegnungen mit Stil

Grüßen gehört am Berg zum guten Ton, nicht nur auf über 1.000 Metern Höhe und in Tirol – ein freundliches „Griaß di“ wirkt Wunder, hinterlässt beim Gegenüber ein positives Gefühl und zeigt auch gegenüber der lokalen Bevölkerung Wertschätzung. Zugegeben: es gibt Wege auf denen sich an Wochenenden die Wanderer in Karawanen durchschieben. Ein Lächeln im Schweigen kann dann auch ganz wohltuend sein

Treppensteigen in den Bergen? Das gehört oftmals auch zum Wandern, so wie hier unterwegs zum Gemstelpass auf dem Weg vom Kleinwalsertal nach Tirol. Liegt auf einer Etappe, die Teil der Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Südtirol ist. Foto: Jane Kathrein
Treppensteigen in den Bergen? Das gehört oftmals auch zum Wandern, so wie hier unterwegs zum Gemstelpass auf dem Weg vom Kleinwalsertal nach Tirol. Liegt auf einer Etappe, die Teil der Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Südtirol ist. Foto: Jane Kathrein

B. Wer hat VORRANG ?

Festgeschriebene Regeln gibt es hier nicht. Dennoch haben sich ein paar Verhaltensweisen eingependelt.

  • Auf schmalen Wegen gilt: Der, der bergauf schnauft, hat Vorrang. Außerdem zermürbt es den Bergaufgehenden, wenn er immer wieder stehen bleiben muss.

  • Wer überholen will, wartet bis er unterwegs eine Stelle findet zum Vorbeigehen. Besonders beim Bergaufgehen kommen weniger starke Wanderer nämlich durch das ständige Stehenbleiben um Andere vorbeizulassen noch mehr aus dem Tritt.

  • Wer Pause macht, blockiert bitte nicht den Weg oder den Gipfelkreuz-Fotospot.




C. KÜHE sind keine KUSCHELTIERE

Es hat sich allmählich schon herumgesprochen, dennoch spreche ich es hier nochmals an: Weidevieh kann man gerne bestaunen, bitte aus der Distanz, ohne Streicheln, Füttern oder Reiten. Das muss man wissen: Kritisch sind besonders die ersten Tage nach dem Almauftrieb. Endlich auf der grünen Alm fühlen sich die Tiere wie auf Sommerfrische und das bedeutet auch eine neue Rangordnung in der Herde. "Das ist wie ein Schulsportwoche" , erzählt mir ein Freund, der Jahrzehnte als Hirte in den Tiroler Bergen gearbeitet hat.

"Wenn sich eine Kuh oder ein Schaf langsam nähert, ist das Tier meistens an deinem T-Shirt oder Rucksack interessiert, auf der Suche nach Salz oder deinem Jausenbrot."

Zäune und Gatter nach dem Durchgehen bitte wieder schließen, sonst machen die Kühe selbst eine kleine Wanderung.

Hunde gehören an die Leine, besonders dort, wo Kühe Urlaub machen.



Vor allem im Winter reagieren Wildtiere auf unerwarteten Lärm sensibel. Hier sind wir Richtung Burg Klamm am Mieminger Plateau unterwegs. Foto: Jane Kathrein



D. Ist es eigentlich ok beim Wandern laut Musik zu hören?

Es kommt schon mal vor, dass eine dröhnende Box am Rucksack hängt und die Landschaft weiträumig damit beschallt wird. Das kann einerseits die Wildtiere unter Stress setzen, besonders im Winter, und andererseits anderer Wanderer nerven. Besser einen Kopfhörer verwenden. Was dagegen spricht ist, dass man bergabfahrende Radfahrer leichter überhört oder andere Gefahren wie Steinschlag oder Setzungsgeräusche in der Schneedecke nicht rechtzeitig wahrnimmt.


Unterwegs in Villnöss, Südtirol, begegnen Wanderern gleich mehrere Schilder mit dem Hinweis Drohnen-Flüge verboten. Foto: Jane Kathrein



E. Mit Drohnen kann man schöne Aufnahmen machen?

Tatsächlich entsteht durch Drohnenflüge eine neue Perspektive in der Dokumentation von Wanderungen, ich muss selber immer wieder staunen. Neben Datenschutzbestimmungen gibt es jedoch auch klare Regelungen in welchen Gebieten und zu welchen Anlässen nicht mit Drohnen gefilmt werden darf.



F. Tempo oder Klopapier?

So gut man es auch zu planen versucht, irgendwann kommt der Moment in dem man "Baumflüstern geht" oder "zum Telefonieren". Was toll ist in der Waschmaschine , dass Tempos nicht mehr fuzeln, wirkt sich leider schlecht auf den Wald aus.


Das Tempo braucht drei bis sechs Monate um zu verrotten. Schneller verrottet Klopapier, das zu diesem Zweck auch hergestellt wird. Schön macht sich das in der Landschaft nicht. Klopapier nach Gebrauch also am besten wieder einpacken und zu Hause entsorgen und große Geschäfte mit Moos, Waldnadeln oder Steinen bedecken, wenn man nicht schon vorher dafür ein kleines Loch gegraben hat.


Fortsetzung folgt...

Kommentare


bottom of page