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Altes und neues Wissen - Lichtmess


In der Nacht von 1. auf 2. Februar feiern wir Lichtmess. Weil nicht sein durfte was ist, wurde es einfach umgeformt. Wie aus Brigid Mariä Lichtmess wurde und was es sonst noch rund um dieses Jahreskreisfest Wissenswertes gibt.


Mit dem Frühling geht das Licht einher, jene Quelle, die Pflanzen zum Keimen und Wachsen bringt, ohne Licht keine Phontosynthese. Vom alten Lichtfest ist wenig geblieben. Das Jahreskreisfest wurde sowie viele Feste im Zuge der Christianisierung übernommen und umgeformt. Was kaum jemand weiß: das christliche Mariä Lichtmess geht auf das keltische IMBOLC zurück und auf BRIGID, die Göttin des Lichtes und des Neuanfanges. Aus der weißen Lichtgöttin Brigid wurde die christliche Himmelskönigin

Maria, die ein weißes Kleid, einen blauen Mantel und einen Sternenkranz um das Haupt trägt. Aus dem Jahreskreisfest machten die Kirchenmänner Mariä Reinigung, aus dem in weiterer Folge Mariä Lichtmess wurde. Im Alten Testament heißt es, dass eine Frau nach der Geburt eines Sohnes für 40 Tage als „unrein“ gilt, daher Mariä Reinigung.



Schlägt man bei Wolf Dieter Storl nach liest man: der indogermanische Reinheitskult, wie er auch in Indien noch gepflegt wird, sieht die Dunkelheit als verunreinigend an. Wenn die Nacht, die Sonnen- oder Mondfinsternis vorbei sind oder wenn die Tage wieder länger werden, muss der Schmutz der finsteren Zeit mit frischem Wasser weggewaschen werden oder er wird mit Reisig weggefegt. Birkenreisig eigne sich dafür besonders. Körperlich reinigte man sich bei den nordeuropäischen und sibirischen Stämmen mit Schwitzbädern und schlug den Körper mit Birkenruten, so Wolf Dieter Storl. Die Birke als Baum wird übrigens der Lichtgöttin zugeordnet, sie steht für den Neuanfang.








Mit Brigid steigen auch die Elementarwesen und Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde, so sagt man, und der Bär steckt an diesem Tag

zum ersten Mal seine Nase aus der Höhle. Der Bär als wiedergeborene Sonnengott begegnet uns auch in den verschiedenen Fasnachten wieder, der wilde Gesell in seiner „Berserkerkraft“.


Gelebtes Brauchtum

Zu Lichtmess wird auch heute noch der Jahresbedarf an Kerzen geweiht, so lebt die alte Lichtgöttin in kleiner Flamme weiter, auch eine Lichtprozession ist in skandinavischen Ländern Tradition. Weil heruntertropfendes Wachs als segenreich gilt, stellen die Menschen an diesem Tag Kerzen auf und entzünden diese. Man träufelte drei Tropfen Wachs einer geweihten Kerze auf Brot, das sollte vor Krankheiten schützen.


In der Steiermark trägt man heute noch das geweihte Lichtmessfeuer von Haus zu Haus und entzündet das Herdfeuer damit oder eine Kerze am Hausaltar. Die brennenden Kerzen werden durch das Haus und die Ställe getragen, um den Segen weiterzugeben. Auch ein Lagerfeuer oder Fackelumzüge bringen das Licht in die Dunkelheit und wer an einem See wohnt, kann Lichterschiffchen aufs Wasser setzten. Wie das geht? Auf kleine Rindenstücke oder Brettchen Schwimmkerzen setzen.


Im bäuerlichen Jahr galt Lichtmess als Frühlingsbeginn, Mägde und Knechte wechselten ihre Dienststellen und sie erhielten ihren Jahreslohn. Auch manche Bauernregeln ranken sich um diesen Tag, so wie diese:


„Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ Bauernweisheit

Mythen, Sagen, Geschichten

Schneeweißchen und Rosenrot

Die beiden Mädchen verkörpern Brigid, die alte Mutter, die dem Bären im Winter Zuflucht gewährt, ist die Erdmutter, Frau Holle oder auch Frau Percht.


Manch einer konnte Brigid auf einem Hirsch reiten sehen, sie weckte die Samen und rüttelte die Bäume wach, so dass die Säfte wieder zu fließen begannen.


Brigid steht für den Osten und den neuen Morgen. Die Kelten begrüßten die Lichtgöttin mit einem Feuerfest und befragten das Orakel. Auch Probe-Ehen für ein Jahr wurden an diesem Tag geschlossen. "Imbolc" bedeutet übrigens "Anlegen der Schafe zum Säugen", weil es die Zeit war, wo die ersten Schafe geboren wurden.


Nach Brigid wurden auch Flüsse und Städte benannt wie Bregenz, Brigantia, Braganca in Italien, Brig in Wallis und die Ebene Brega in Irland.



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