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Kann man Waldbeeren bedenkenlos essen?

Aktualisiert: 7. Feb. 2021

Finger weg von Walderdbeeren und Wildkräutern, warnen Eltern beim Wandern durch Wald und Wiesen. Reinecke könnte sein Geschäft verrichtet haben. Die Sorge vor dem Fuchsbandwurm ist unbegründet, sagen Wissenschaftler aus Deutschland. Wirklich gefährdet seien hingegen Landwirte und Förster.


Die Angst vor dem Fuchsbandwurm geht seit einigen Jahren um. Dabei ist der 2 bis 4 Millimeter lange, ausgewachsene Wurm gar nicht am Menschen interessiert. Der Parasit gehört zu den Bandwürmern. Hauptwirte sind Füchse, aber auch Hunde, Zwischenwirte sind z.B. Mäuse. Der Mensch ist nicht als Wirt gedacht. „Es gibt fast nichts, was seltener ist", sagt Klaus Brehm, auf Nachfragen des deutschen Nachrichten-Magazines Spiegel. Er erforscht den Parasiten am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die jährliche Rate der Fuchsbandwurm-Infektionen doppelt so hoch ein wie noch vor zehn Jahren. Insgesamt sei die Zahl aber extrem niedrig: 45 Menschen hatte der Parasit im Jahr 2015 in Deutschland befallen. Bei 82 Millionen Einwohnern entspricht das einer Neuerkrankungsrate von 0,00005 Prozent.(quelle: www.spiegel.de)


Der Fuchsbandwurm legt seine Eier zunächst im Darm des Fuchses ab. Mit dem Kot gelangen hunderte davon auf Felder, Wald- und Wiesenboden. Nur um sich fortzupflanzen machen die Parasiten einen Ausflug zu den Mäusen. Diese verschlucken anschließend die Eier gemeinsam mit Samen und Gräsern und im Darm der Mäuse schlüpft der Nachwuchs, die Fuchsbandwurmlarven. Die Larven bohren sich durch die Darmwand und wandern mit dem Blutstrom weiter bis in die Leber.

Wird ein Fuchsbandwurm beim Menschen frühzeitig diagnostiziert, ist eine Heilung möglich. Früher hingegen verlief eine Infektion immer tödlich. Glaubt man Schätzungen der Wissenschaftler, werden jedes Jahr mehr Menschen vom Blitz getroffen als dass sie sich mit den Eiern des Fuchsbandwurmes infizieren.


Bleibt die Frage, ob man Wildpflanzen und Wildfrüchte bedenkenlos essen kann?



Ja, das Risiko zu erkranken ist gering. Andere Einflüsse wie das Düngen, die Nähe zur Straße oder Spaziergänger mit Hunden, wirken sich schon deutlich stärker auf die Reinheit der Wildpflanzen aus. Vorsicht ist hingegen bei Kontakt mit toten Füchsen wichtig. Auch Besitzer von jagdfreudigen Hunden sollten diese regelmäßig entwurmen.


Tipp:

Kein Fuchs verrichtet sein Geschäft von oben auf Himbeersträucher. Wer hingegen auf Erdbeerfeldern erntet, sollte die Früchte vor dem Naschen waschen, denn hier tummeln sich immer wieder Mäuse.


Bildquelle: creativecommens /malene




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