• kathreinjane

Warum ich manchmal einen Baum umarme

Aktualisiert: 7. Feb. 2021




In meiner Kindheit gab es diesen Weichselbaum, meine Cousine Edith und ich konnten Stunden in seinen Ästen hängend verbringen. Er war anfangs nicht leicht zu erklettern aber wir sind an ihm gewachsen. Mein Sohn, damals drei Jahre, hatte sich unsterblich in den Apfelbaum in unserem Garten verliebt und verbrachte dort viele Stunden. Im Grunde ist das Umarmen von Bäumen die "Erwachsenenversion" des Auf-Bäume-Kletterns. Der Begriff Walbaden ist inzwischen wohl bekannt.


Das Waldbaden verbindet den Spaziergang mit Achtsamkeit. Boden spüren, Pflanzen berühren, am Moos riechen, eben mit allen Sinnen erfahren. Bäume umarmen kann Teil des Waldbadens sein, es gilt inzwischen auch in der westlichen Welt als bekannte Anti-Stress-Methode.


Wie das geht? Geh in den Wald oder in den Park. Such dir einen Baum. Die Größe des Baumes spielt keine Rolle, du solltest dich dort wohl fühlen. Umarme den Stamm des Baumes mit beiden Armen, schließe die Augen, atme dabei tief ein und aus. Wem das zu "schräg" ist, der kann sich mit dem Rücken anlehnen und spüren ob er Halt findet. Nimm Geräusche, Gerüche und alle Eindrücke wahr, die deine Sinne berühren. Richte dann deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem und beobachte das Ein- und Ausströmen. Schon bist du mitten drin in einer Baum-Meditation, diese ist natürlich vielseitig erweiterbar.


Edward O. Wilson schrieb 1984 in seinem Buch Biophilia, dass sich Menschen bevorzugt in der Nähe von anderen lebenden Organismen wie etwas Bäumen und Pflanzen aufhalten. Der Begriff "Biophilie", den Erich Fromm maßgeblich mitgeprägt hat, bedeutet so viel wie "die Liebe zum Leben" oder "die Liebe zum Lebendigen". Inzwischen ist die Wirkung des Biophilia-Effektes durch Clemens Arvay und andere Autoren bekannt geworden.


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