• kathreinjane

Vom richtigen Sammeln


Wie viel darf man nun sammeln?

Ein spannende Frage, die sich u.a. auch durch den Bestand der Pflanze definiert. Nur so viel wie man wirklich braucht. Die Kohlkratzdistel (siehe Bild ist zum Beispiel ein sehr füllendes Kraut, das sich als Grundlage von Pestos anbietet). Für das Sammeln in Österreich gilt die sogenannte Handstraußregel: So ist gemäß § 17 Abs. 2 NÖ Naturschutzgesetz das Pflücken von wild wachsenden, nicht aufgrund der Naturschutzverordnung unter speziellem Schutz stehenden Pflanzen für den persönlichen Bedarf im Ausmaß eines Handstraußes (das ist die Pflanzenmenge, deren Stängel von Daumen und Zeigefinger einer Hand umfasst werden können) gestattet.


Die Liste der gefährdeten Pflanzenarten in Österreich ist aktuell in Bearbeitung, diese wies bisher nur die in Österreich sich vermehrenden oder vermehrten Arten aus, nicht artgeografisch fremde Arten, die vom Menschen gezielt in Österreich beheimatet wurden oder Neophyten, die selbständig eingewandert sind. Österreich hat im Gegensatz zu Deutschland kein Bundesnaturschutzgesetz, die Entscheidungskraft in Naturschutz-angelegenheit liegt in der Hand der Bundesländer.

Muss man das Sammelgut waschen?

Grundsätzlich nicht, vorausgesetzt der Sammelort war sauber, enthalten die Pflanzen Reste von Erde kann es praktisch sein, diese vorab zu waschen. Blüten und Samen wäscht man eher nicht, aber wem das lieber ist, der kann sie natürlich waschen.

Kann ich Blätter mit Fraßspuren verwenden und wie ist es mit der Angst vor dem Fuchsbandwurm?

Blätter mit Fraßspuren oder Gespinsten sollte man allein schon aus Rücksicht gegenüber den Insekten nicht ernten, sie nutzen sie offenbar als Nistplatz für die Eier und Nahrungspflanze für die Kinder. Wenn man Marienkäfer oder Ameisen entdeckt, sind wahrscheinlich auch die Blattläuse nicht weit.

Immer wieder ist in meinen Kursen auch die Angst vor dem Fuchsbandwurm ein großes Thema. Laut Bundesministerium für Soziales und Gesundheit wurden in den vergangenen 30 Jahren in Österreich durchschnittlich zwei bis drei Erkrankungen jährlich registriert, wobei die Zahl offenbar steigt. Das liegt vermutlich an der wachsenden Population der Füchse. Die Wahrscheinlichkeit an einem Fuchsbandwurm zu erkranken ist aber immer noch gering. Die Behauptung, dass eine Übertragung hauptsächlich durch mit Fuchskot verunreinigte Waldbeeren passiert, hält sich trotzdem. Wenn man weiß, dass der Parasit zwei Hauptwirte hat, Füchse und Hunde, sowie einen Zwischenwirt: Mäuse, ändert sich das Bild. Viel eher kontaminiert als Waldbeeren ist der Waldboden, betroffen sind zumeist Landwirte, Jäger und Waldarbeiter.


Beim Kontakt mit toten Füchsen hingegen gilt es vorsichtig zu sein. Hundebesitzer wiederum können ihre Gefährten regelmäßig entwurmen. Zur Vorbeugung kann man selber beitragen, indem man Kräuter und Beeren vor dem Genuss vorsichtig wäscht, sowie auch die Hände nach Arbeiten im Freien.


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